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Geschichte der Lichtenberg-Forschung

Lichtenbergs Wirken zu Lebzeiten war das eines Experimentalphysikers und eines strikten Verfechters der Aufklärung. Dieser Umstand beförderte, dass seine naturwissenschaftlichen Leistungen von der gewaltigen Entwicklung dieser Fächer im 19. Jahrhundert geradezu überrollt wurden; und seine Tätigkeit als satirischer Schriftsteller und Kämpfer gegen den Obskurantismus, die Physiognomiker und Proselytenmacher alsbald in Vergessenheit geriet. Sein Werk wurde lange Zeit von den Historikern sowohl der Physik wie der Literatur geradezu stiefmütterlich behandelt. Die vorhandenen Werkausgaben trugen auch kaum den Interessenveränderungen des Zeitalters Rechnung.

Die Tatsache, dass seit 100 Jahren noch immer neue Entdeckungen und Umbewertungen möglich sind, ist das alleinige Verdienst des Literaturhistorikers Albert Leitzmann (1867-1950), der 1894 den Nachlass bei Lichtenbergs Nachfahren entdeckte und eine summarische Übersicht dieses Materials 1899 in einer Auswahlpublikation bekannt machte. Er besorgte ab 1902 eine Neuausgabe der Sudelbücher Lichtenbergs (um sie in der Germanistik hoffähig zu machen, unter dem Titel "Aphorismen"). Diese Ausgabe gibt den Text erstmals fast ganz ungekürzt, mit textkritischem Apparat und sachlichen Erläuterungen und vor allem in einer chronologischen Anordnung aus den Handschriften wieder. Kurz zuvor hatte Leitzmann auch noch begonnen, gemeinsam mit Carl Schüddekopf eine Briefausgabe in 3 Bänden zu bearbeiten, die erstmals den Briefschreiber Lichtenberg ins literarische Bewusstsein rief. Wir meinen, dass sich Lichtenbergs Korrespondenz füglich unmittelbar und gleichrangig neben sein Werk stellen lässt.

Die Lichtenberg-Forschung erfuhr in den Sechziger und Siebziger Jahren durch die von Wolfgang Promies (†) besorgte Neuausgabe der "Schriften und Briefe Lichtenbergs" eine Renaissance, die in eine Vielzahl an Forschungsbeiträgen mündete.

Die ab 1983 bei C.H. Beck München erschienene Gesamtausgabe des Briefwechsels Lichtenbergs (die auch die Gegenbriefe mitteilt), sowie die Gesamtausgabe der Hogarth-Erklärungen Lichtenbergs in ihren Kalender-Fassungen führten diese Entwicklung in das Zeitalter der Historisch-Kritischen und vollständigen Werkausgaben fort.

Nun haben sich die Akademie der Wissenschaften in Göttingen und die Technische Universität Darmstadt vereinigt, um eine heutigen Maßstäben der Editorik entsprechende Gesamtausgabe der Schriften Lichtenbergs vorzulegen. Die Arbeit soll um 2018 vollendet sein. Dieser Fortschritt manifestiert sich auch in der Existenz der Lichtenberg-Gesellschaft e.V. und der von ihr herausgegebenen periodischen Publikation, die seit 1979 unter dem Titel "Photorin" und seit 1987 als "Lichtenberg-Jahrbuch" in jährlichem Turnus erscheint und in dem auch in unregelmäßigen Abständen bemerkenswerte Quellen zur Geschichte der Lichtenberg-Forschung (oft erstmalig aus der Handschrift) veröffentlicht werden.

Mehr über die Pioniere (Albert Leitzmann und Otto Deneke) aus der Frühzeit der Lichtenberg-Forschung können Sie in den hier als pdf-Datei hinterlegten Aufsätzen erfahren:

Ulrich Joost Rastlos nach ungedruckten Quellen der deutschen Geistesgeschichte spürend. Albert Leitzmann, Philologe und Literaturhistoriker.
Erstveröffentlichung in: Berthold Friemel (Hg.), Brüder Grimm Gedenken, Bd. 14, Franz Steiner Verlag / S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2001, S. 46-79 (pdf)

Ulrich Joost Aus der Frühzeit der Lichtenberg-Forschung:
I. Albert Leitzmanns Lichtenberg-Korrespondenz mit Otto Deneke in Göttingen.

Erstveröffentlichung im Lichtenberg-Jahrbuch 1999 (pdf)

Ulrich Joost Aus der Frühzeit der Lichtenberg-Forschung:
II. Erich Ebstein und Erich Mühsam. Mit einem ungedruckten Text von Erich Mühsam
.
Erstveröffentlichung im Lichtenberg-Jahrbuch 2000 (pdf)

  Karl Wolfskehl (1869-1948) und Otto Deneke (pdf)

 
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